Landwirtschaftsschule Erding startet Wintersemester
Schulbank statt Schleppersitz

In der Landwirtschaft sind die Erntearbeiten nahezu abgeschlossen. Dadurch bleibt auch Zeit für neue Herausforderungen – wie für die 23 Studierenden im ersten Semester an der Landwirtschaftsschule Erding zu. Mit dem Start des Wintersemesters am 18. Oktober 2021 in der Landwirtschaftsschule begann für sie eine anstrengende Lebensphase, auch weil der Schleppersitz mit der Schulbank getauscht werden muss.

Der Schulstandort Erding wurde im Jahr 2020 als Zukunftsstandort festgelegt. 2021 bestätigen die Studierendenzahlen diese Entscheidung. Die Studierenden stammen neben Erding aus den Landkreisen Ebersberg, Freising, München, Mühldorf am Inn, Dachau und sogar aus Starnberg.

Begrüßt wurden die Studierenden durch die neue Schulleiterin Katharina Binsteiner: "Weiterbildung in der Landwirtschaft ist notwendig und auch wichtiger denn je." Die Herausforderungen unserer Zeit wie Klimawandel und Artenschutz seien nur gemeinsam mit der Landwirtschaft zu stemmen.

Neue gesetzliche Vorgaben und Verordnungen verlangen intensive Fortbildung

"Wer schreibt, der bleibt" – diese geflügelte Redensart trifft für die Landwirtschaftsschule sowie für die gesamte Landwirtschaft zu. Die neuen gesetzlichen Vorgaben bei den neuen Verordnungen zu Düngung verlangen intensive Fortbildung. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Landwirtschaftsschule wird die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Wirtschafter/-in für Landbau" oder neuerdings auch "Bachelor Professional in Agrarwirtschaft" verliehen. Die Studierenden absolvieren in der Landwirtschaftsschule bereits Teile der Meisterprüfung. Ziel der dreisemestrigen Fachschule ist die Vorbereitung auf eine Tätigkeit als landwirtschaftlicher Betriebsleiter und Unternehmer.

Landwirtschaft leistet einen entscheidenden Beitrag

Schulleiterin Katharina Binsteiner beglückwünschte die Studierenden, die sich dieser Herausforderung stellen und betonte die Notwendigkeit von Aus- und Weiterbildung für eine erfolgreiche Betriebsführung. Landwirt zu sein bedeutet heutzutage vor allem eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Die Bevölkerung erwartet mehr denn je eine umweltschonende Erzeugung von qualitativ hochwertigen und hygienisch einwandfreien Nahrungsmitteln unter Einhaltung von größtmöglichen Tierwohlaspekten. Doch die Sicherstellung der Nahrungsversorgung der Bevölkerung ist nicht mehr die alleinige Herausforderung eines Landwirts. Mit dem Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und den vielfältigen Möglichkeiten bei der Erzeugung erneuerbarer Energien leistet die Landwirtschaft einen entscheidenden Beitrag zu einer klimaschonenden Energieversorgung.

Entscheidungsprozesse in Pflanzenbau und Tierhaltung werden vermittelt

An der Landwirtschaftsschule werden produktionstechnische Kenntnisse von umweltverträglichen und tiergerechten Produktionsverfahren sowie betriebliche Entscheidungsprozesse in Pflanzenbau und Tierhaltung vermittelt. Boden- und Wasserschutz sowie Förderung von Artenvielfalt, Bienen und Tierwohl sind wesentliche Kerninhalte, die als roter Faden stets im Unterricht präsent sind. Im Rahmen einer eigenständig verfassten Hausarbeit muss ein bestehender landwirtschaftlicher Betrieb betriebswirtschaftlich analysiert und Überlegungen zur zukünftigen Betriebsentwicklung durchgeführt werden. Die Studierenden werden mit pädagogischen Kenntnissen im Bereich Mitarbeiterführung und Lehrlingsunterweisung ausgestattet. Rechts-, Steuer- und Versicherungsfragen für Landwirte runden die Unterrichtsinhalte ab.

Damit die Landwirtschaft ihre anstehenden Herausforderungen bewältigen kann, sind auch zukünftig gut ausgebildete und motivierte Nachwuchskräfte erforderlich. Interessenten an einer Ausbildung in der Landwirtschaft und am Praxisjahr zur Vorbereitung auf die Landwirtschaftsschule für den nächsten Jahrgang können sich anmelden unter:
Landwirtschaftsschule Erding
Dr.-Ulrich-Weg 4, 85435 Erding
Tel. 08122 480-0 | Fax 08122 480-1099