Milchviehhaltung im großen Stil

Die 26 Studierenden des 2. Semesters der Landwirtschaftsschule Erding schauten sich vor Ort an, wie Betriebsleiter es schaffen, große Milchviehherden erfolgreich zu managen. Am Sommersemesterschultag im Unterrichtsfach Landwirtschaftliche Tierhaltung im April 2026 hatten die Studiereden die Möglichkeit, einen großen Milchviehbetrieb, der familiengeführt und ohne Fremdarbeitskräfte wirtschaftet, zu besuchen.

Zwei Brüder und ihre Eltern teilen sich die Arbeitsbereiche Außenwirtschaft, Füttern, Melken und Tierkontrolle auf. „Wir haben klar definierte Zuständigkeitsbereiche, so dass jeder genau weiß, was er zu tun hat“, so einer der beiden Betriebsleiter.

Tierkontrolle

Die Tierkontrolle geschieht mit technischen Hilfsmitteln. Pansenboli, die anhand von Verlaufskurven in den Bereichen Wiederkautätigkeit, Wasseraufnahme und Bewegungsaktivität bereits erkennen lassen, wenn etwas bei einem Tier im Argen liegt, sorgen dafür, dass Krankheiten erst gar nicht richtig ausgeprägt werden.

Bereits bei Abweichungen vom üblichen Kurvenverlauf, wird das Tier im System als auffällig angezeigt. Das Tier wird verstärkt beobachtet und zum Beispiel von der Herde separiert. „Fällt die Kuh auch noch im Melkstand auf, spätestens dann muss gehandelt werden“, erklärt einer der Betriebsleiter.

Gemolken wird im Melkstand

„Wir haben uns für einen Doppel-18er Fischgräten-Melkstand mit Schnellaustrieb entschieden. So haben wir jede Kuh im Blick. Nach dem abendlichen Melken und Füttern ist in der Regel Feierabend. Das automatische Melken ist im Vergleich dazu kostenintensiv und es ist nie Feierabend. Wenn der Roboter steht, dann muss er schnell wieder zum Laufen gebracht werden. Egal zu welcher Uhrzeit.“ gibt der eine Betriebsleiter zu bedenken.

Den Studierenden gibt er mit auf den Weg, dass jeder das passende System für sich und seine persönliche Situation finden muss: „Schaut euch möglichst viel an und redet mit den Landwirten, bevor ihr euch für oder gegen eine bestimmte Technik oder einen Stallbautyp entscheidet, denn ihr müsst wahrscheinlich langfristig damit zurechtkommen.“