Walderlebnistage 2026
Mit allen Sinnen im Wald: 1.554 Kinder auf Entdeckungstour

Zwei Kinder schauen sich Gegenstände zum Thema Wald auf einem Tuch an

Die 18. Walderlebnistage des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding wurden erfolgreich durchgeführt.

An insgesamt sieben Veranstaltungstagen in Eglharting, Oberschleißheim und Giesing erkundeten über 1.500 Schülerinnen und Schüler aus 61 dritten Klassen den Wald als Lern- und Erlebnisraum.

„Ich bin ein Frosch!“, ruft ein Junge. „Ich ein Eichhörnchen!“, ergänzt seine Klassenkameradin. Am Münchner Kindl-Spielplatz stehen die Kinder der Klasse 3e der Rotbuchenschule Untergiesing im Kreis, bevor sie gemeinsam in den Wald aufbrechen. Jede und jeder nennt seinen Namen – und ein Tier, das besonders gut zu ihm passt oder das er besonders mag.

Drei Kinder suchen nacheinander im Wald nach versteckten Holztieren
„Welche Tiere leben eigentlich im Wald?“, fragt Waldführerin Julia Schmidt. Sofort schnellen die Hände nach oben. „Reh!“, „Wildschwein!“, „Fuchs!“, „Eule!“ – die Antworten kommen im Sekundentakt. Damit ist der Startschuss für einen Vormittag gefallen, an dem die Kinder den Wald mit allen Sinnen erleben.
mehere Kinder einer Klasse bauen eine kleine Blockhütte zusammen
An fünf Stationen warten Aufgaben, bei denen weit mehr als Wissen gefragt ist. Teamarbeit, Kreativität, Geschicklichkeit und genaues Beobachten führen die Schülerinnen und Schüler durch den Lebensraum Wald. Gleich zu Beginn bauen sie aus nummerierten Rundhölzern gemeinsam eine Hütte – eine Aufgabe, die nur im Team gelingt. „Das hat richtig Spaß gemacht, weil alle mithelfen mussten“, sagt Leonie. „Alleine hätten wir das nie geschafft.“

An einer weiteren Station geht es leise weiter. Auf einem Waldparcours entdecken die Kinder versteckte Tiere und prägen sie sich ein. Am Ende kann die Klasse alle Waldbewohner richtig benennen. Beim Baummemory wird geschnuppert, gefühlt und verglichen. Blätter, Holzstücke und Nadeln müssen den richtigen Baumarten zugeordnet werden. Louis hält einen Buchenast in der Hand und ist sich sicher: „Das ist eine Buche. Der Stamm hat genauso gerochen wie die Blätter.“ Besonders beliebt ist die nächste Station: Mit Taschenlampen machen sich die Kinder auf die Suche nach versteckten Bildern und den Aufgaben des Waldes. „Das war wie bei einem Detektivspiel“, erzählt Samuel begeistert. „Erst leuchtet man das Bild an und dann muss man das passende Gegenstück finden“, ergänzt Leon.

Ein besonderes Highlight erlebten viele Kinder ganz nebenbei auf dem Weg zwischen zwei Stationen: Auf einem Baum direkt am Weg saß ein Eichelhäher und fraß eine Blindschleiche. „Das war richtig spannend zu beobachten“, erzählt ein Schüler. Die unerwartete Begegnung gehörte für viele zu den eindrücklichsten Momenten des Tages.

Für Klassenlehrerin Riccarda Riedel ist der Vormittag weit mehr als ein spannender Ausflug: „Die Walderlebnistage sind ein hervorragend organisiertes und zudem kostenfreies Angebot für dritte Klassen. Das Thema Wald steht im Lehrplan und gerade für Stadtkinder ist es etwas ganz anderes, die Zusammenhänge direkt vor Ort zu erleben. Gleichzeitig stärken die Aufgaben den Teamgeist, weil viele nur gemeinsam gelöst werden können.“

Zum Abschluss wartet noch die Wald-Challenge. Trotz sommerlicher Temperaturen geben die Kinder noch einmal alles, beantworten Fragen zu Bäumen, Tieren und Früchten und fügen die Lösungswörter zusammen, die sie im Laufe des Vormittags an den einzelnen Stationen gesammelt haben. Am Ende knacken sie den Lösungssatz: „Der Wald ist Lebensraum für alle“. Zur Belohnung erhalten alle die begehrten Holztaler.

Mit diesem Besuch gehen die 18. Walderlebnistage des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding zu Ende. An insgesamt sieben Veranstaltungstagen in Eglharting, Oberschleißheim und Giesing erkundeten über 1.500 Schülerinnen und Schüler aus 61 dritten Klassen den Wald als Lern- und Erlebnisraum.

„Unser Ziel ist es, Kindern den Wald so zu vermitteln, dass sie ihn nicht nur verstehen, sondern auch erleben“, sagt Xenia Rüskamp, Leiterin des Walderlebniszentrums Grünwald. „Wer selbst Hütten baut, Tiere entdeckt oder Baumarten bestimmt, entwickelt einen ganz anderen Bezug zur Natur. Gleichzeitig zeigen wir, dass ein Wald viele Aufgaben erfüllt. Er liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz, ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, schützt das Klima und dient den Menschen als Erholungsraum.“ Die Walderlebnistage finden bewusst mitten in einem Wirtschaftswald statt – genau dort, wo diese vielfältigen Funktionen unmittelbar erlebbar werden.